Unser Pflegekonzept

1. Entstehung und Weiterentwicklung

Nach der Fertigstellung und dem Einzug in die neuen Räume im Gesundheitscampus Bad Säckingen Ende 2025 konnten wir auch wegen der neuen Räumlichkeiten ein neues Pflegekonzept – das sogenannte Wohngruppenkonzept – umsetzen. Entsprechend dem PDCA-Zyklus wird es bei Bedarf ergänzt oder verändert und mindestens einmal jährlich im Rahmen eines Qualitätszirkels überprüft. Neue Mitarbeitende werden während ihrer Einarbeitung mit den Inhalten des Pflegekonzepts vertraut gemacht. 

2. Was wir anbieten

Das St. Marienhaus ist eine vollstationäre Altenpflegeeinrichtung ohne besonderen fachlichen Schwerpunkt. Zudem bieten Plätze für die Kurzzeit- und Verhinderungspflege an. Zum Leistungsangebot gehören Pflege, soziale Betreuung und hauswirtschaftliche Versorgung. Die einzelnen Leistungen sind im Heimvertrag ausführlich beschrieben. Wenn es für die Versorgung eines Bewohners notwendig ist, werden fallweise auch externe Anbieter einbezogen. Wir haben hierzu entsprechende Kooperationsbeziehungen mit externen Anbietern. Dies geschieht immer nach Wunsch des Bewohners. 

3. Ausstattung und Einbettung in den Gesundheitscampus

3.1 Räumliche Ausstattung

Im St. Marienhaus finden 80 Bewohner ein Zuhause. Sie sind auf acht Wohngruppen verteilt, in denen jeweils bis zu 10 Personen leben. Jede Wohngruppe verfügt über eine Küche mit Aufenthaltsraum. Alle Zimmer sind Einzelzimmer, die komfortabel und ansprechend eingerichtet sind. Durch eigene Möbel kann eine besonders persönliche Wohnatmosphäre geschaffen werden. Ein eigenes Bad mit ebenerdiger Dusche gehört ebenfalls zur Ausstattung. In den Wohnbereichen befinden sich außerdem Wohnküchen, Sitzecken, Toiletten sowie Abstell- und Fäkalienräume. Zusätzlich steht ein Pflegebad zur Verfügung. Die gesamte Einrichtung ist barrierefrei und behindertengerecht; alle Etagen können über drei Aufzüge erreicht werden. Im zweiten Obergeschoss befindet sich die Verwaltung und die Einrichtungsleitung.

Das St. Marienhaus befindet sich im 1. und 2. OG des Gesundheitscampus Bad Säckingen. Im EG sind verschiedene Ärzte, ein Sanitätshaus, andere medizinisch-therapeutische Einrichtungen sowie ein Bistro untergebracht. Der Gesundheitscampus bietet somit – einmalig am Hochrhein – kurze Wege und ein Konzept „alles unter einem Dach“ mit Mehrwert insbesondere für unsere Bewohner. 

3.2 Personelle und sachliche Ausstattung

Die personelle Ausstattung richtet sich nach den mit den Pflegekassen vereinbarten Pflegesätzen sowie nach den Vorgaben der Heimpersonalverordnung des Landes Baden-Württemberg für den stationären Bereich. Die fachlichen Qualifikationen der Mitarbeitenden entsprechen den gesetzlichen Anforderungen und werden dem hohen Qualitätsanspruch an Pflege und Betreuung gerecht. Alle Mitarbeitenden werden durch Fachkräfte angeleitet und im Rahmen des Einarbeitungskonzepts mit den Zielen und Grundlagen der Einrichtung vertraut gemacht. Pflegehilfsmittel stehen in ausreichender Zahl zur Verfügung. Sie werden fachgerecht und situationsbezogen eingesetzt und in den Bewohnerunterlagen dokumentiert. Die Mitarbeitenden sind im Umgang mit diesen Hilfsmitteln geschult. Für die Reinigung ist ein externes Dienstleistungsunternehmen eingesetzt.

4. Pflegemodell

Wir sehen den Bewohner unserer Einrichtung auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes. Dabei orientieren wir uns seit dem 01.07.2019 an der strukturierten Informationsammlung (SIS) und an dem Strukturmodell des Bundesministerium für Gesundheit. Ziel ist es, die Unabhängigkeit und das Wohlbefinden unserer Bewohner zu erhalten oder wieder herzustellen. Die Fähigkeiten der pflegebedürftigen Person und deren Angehörigen werden gefördert und unterstützt.

5. Pflegesystem

Für eine möglichst kontinuierliche Pflege und soziale Betreuung arbeiten wir nach dem Prinzip der Bereichspflege. Dieses patientenorientierte Pflegesystemen unterstützt die Steuerung des Pflegeprozesses und bezieht den Bewohner sowie dessen Angehörige und Bezugspersonen ein. Das Haus ist in 8 Wohnbereiche unterteilt. Somit entstehen trotz der Größe mit 80 Bewohnern kleine, überschaubare, fas schon familiäre Einheiten. Eine Team aus Pflegekräften übernimmt für die Dauer der Schicht die volle Verantwortung für Planung und Durchführung der Pflege dieser Gruppe. Im Gegensatz zur tätigkeitsorientierten Funktionspflege ist diese Vorgehensweise patientennäher. Auf Grundlage des Erstgesprächs erstellt die Wohnbereichsleitung gemeinsam mit Betreuung und Pflegefachkraft die SIS und eine individuelle Maßnahmenplanung. Dabei werden die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse des Bewohners berücksichtigt und die Planung regelmäßig überprüft. Die festgelegten Maßnahmen sind für alle Pflegekräfte verbindlich. Bei der Durchführung der Pflege werden die Pflegefachkräfte von Pflegehilfskräften unterstützt.

6. Pflegeprozess und Dokumentation

Der Pflegeprozess bildet die Grundlage unseres pflegerischen Handelns. Er beginnt mit der Erfassung der biografischen Informationen und dem ersten Gespräch beim Einzug. Das Dokumentationssystem umfasst vier wesentliche Bestandteile:

  • Strukturierte Informationssammlung einschließlich der Risikoeinschätzung nach Expertenstandards.
  • Individuelle Maßnahmenplanung mit Tagesstruktur und Assessments.
  • Pflegebericht bei Abweichungen von der festgelegten Maßnahmenplanung.
  • Evaluation in einem individuell festgelegten Zeitraum.

Durch die kontinuierliche Versorgung und die Zuständigkeit der Wohnbereichsleitung für SIS und Maßnahmenplanung ist gewährleistet, dass die Dokumentation regelmäßig erstellt und aktualisiert wird. Die Qualität und Wirkung der Pflege werden zusätzlich durch unterschiedliche Formen von Pflegevisiten überprüft. Für die Dokumentation wird ein EDV-System eingesetzt, das eine moderne und vom MDK erprobte Dokumentation ermöglicht.

7. Innerbetriebliche Kommunikation

Eine gute Pflege und Betreuung setzt einen funktionierenden Informationsaustausch voraus. Die regelmäßigen Kommunikations- und Besprechungsstrukturen sind in einer Übersicht festgelegt und werden mindestens einmal jährlich durch den Qualitätsbeauftragten überprüft. Dabei wird insbesondere darauf geachtet, dass wichtige Informationen alle zuständigen Bereiche und Personen erreichen. Neben festgelegten Besprechungsterminen werden auch Aushänge, monatliche Teamsitzungen, ein Informationsordner für Mitarbeitende und – bezogen auf einzelne Bewohner – die Pflegedokumentation zur Weitergabe von Informationen genutzt.

8. Maßnahmen externes Qualitätsmanagement

Zum externen Qualitätsmanagement gehören insbesondere die gesetzlich vorgesehenen Prüfungen und Kontrollverfahren. Diese werden beispielsweise durch die Heimaufsicht, die Pflegekassen oder die Sozialhilfeträger durchgeführt.

9. Kooperationsbeziehungen

Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten unserer Bewohner. Das freie Wahlrecht der Bewohner bleibt dabei uneingeschränkt bestehen. Für ergänzende Dienstleistungen bestehen Empfehlungen beziehungsweise Kooperationen in den Bereichen Apotheke, Sanitätshaus, Fußpflege, Friseur, Logopädie, Zahnarzt und Krankengymnastik.

Vertraglich vereinbarte Kooperationen bestehen mit:

  • Bergseeapotheke in Bad Säckingen
  • Firma Illenseer – Inkontinenzversorgung
  • Firma Essig – Speiseversorgung
  • Firma Geiger Textil – Wäscheversorgung
  • Firma TOP – Gebäude- und Zimmerreinigung
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